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Mercato Centrale Florenz: vollständiger Besucher-Guide

Mercato Centrale Florenz: vollständiger Besucher-Guide

Florence: San Lorenzo food market and wine tasting tour

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Ist das Mercato Centrale in Florenz einen Besuch wert?

Ja, besonders der Erdgeschossmarkt (Mo–Sa 07:00–14:00). Es ist ein echter Arbeitsmarkt mit ausgezeichnetem Fleisch, Käse, Charcuterie und dem legendären Nerbone-Lampredotto-Stand. Der Obergeschoss-Foodcourt (täglich 10:00–Mitternacht) ist tourismusorientiert, aber anständig.

Der eiserne Palast der florentinischen Küche

Das Mercato Centrale befindet sich in einem zweistöckigen Eisen-und-Glas-Bauwerk, 1874 von Giuseppe Mengoni erbaut – demselben Architekten, der die berühmte Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand entwarf. Das Gebäude ist ein Stück industrieller Architektur aus der Risorgimento-Ära: hohe Gusseisensäulen, ein vergittertes Glasdach, das den Innenraum mit Licht überflutet, aufwändige Schmiedeeisen-Geländer. Es ist architektonisch bedeutsam noch bevor man berücksichtigt, was darin verkauft wird.

Der Markt liegt im Herzen des San-Lorenzo-Viertels, dem Handelsquartier von Florenz. Die Basilika di San Lorenzo steht einen Block entfernt.

Erdgeschoss: der echte Markt

Das Erdgeschoss ist ein Arbeitsmarkt. Er ist seit 1874 ununterbrochen in Betrieb. Öffnungszeiten sind Montag–Samstag, 07:00–14:00 Uhr.

Fleisch

Florenz’ Metzgerkultur dreht sich um die Bistecca alla Fiorentina – den T-Bone-Schnitt vom Chianina-Rind. Erdgeschoss-Metzger verkaufen echtes Chianina-Rindfleisch zu 35–55 €/kg. Ebenfalls erhältlich:

  • Trippa (Kutteln) und Lampredotto zum Heimkochen
  • Kaninchen und Freilandhuhn
  • Pökelfleisch: Prosciutto crudo, Bresaola, Coppa
  • Ganzes Spanferkel bei Festen

Käse

Die Käsetheken gehören zu den interessantesten im Markt:

KäseArtGeschmackPreis
Pecorino Toscano DOP frescoSchafsmilch, jungMild, leicht säuerlich18–22 €/kg
Pecorino Toscano DOP stagionatoSchafsmilch, 4+ Monate gereiftNussig, fester, salziger22–28 €/kg
Marzolino del ChiantiTraditioneller Florentiner SchafskäseAromatisch, leicht kräuterig24–30 €/kg
RaviggioloFrische Kuh- oder SchafsmilchSehr mild, cremig12–16 €/kg
Parmigiano-Reggiano (24 Monate)Kuhmilch, gereiftReich, kristalline Textur28–35 €/kg

Die meisten Händler bieten Kostproben an. Posso assaggiare? (Darf ich kosten?) fragen.

Charcuterie und Salumi

Finocchiona: Der Flaggschiff-Toskanische Salami, mit Fenchelsamen. Die handwerkliche stagionata-Version schmeckt völlig anders als die industrielle. Preis: 24–32 €/kg.

Prosciutto Toscano DOP: Dunkler, etwas salziger und kräuterreicher als sein Parma-Gegenstück.

Cinta-Senese-Produkte: Alles vom einheimischen Sienesischen Gürtelschwein. 30–45 €/kg für gereifte Produkte.

Lardo di Colonnata: Gepökelter Speck aus Colonnata nahe Carrara, in Marmorbehältern mit Kräutern gereift. 35–50 €/kg.

Fisch

Ein Arbeitsfischmonger ist im Erdgeschoss tätig. Beste Auswahl dienstags, donnerstags und samstags (Liefertage). Zu erwarten: Seebarsch, Brassen, Muscheln und Saisonalität.

Obst, Gemüse und Trockenwaren

Die Produktstände ändern sich dramatisch nach Jahreszeit:

  • Frühling (März–Mai): Artischocken, Spargel, wilde Kräuter
  • Sommer (Juni–August): Fleischtomaten (Pomodori cuore di bue), Aubergine, Zucchiniblüten, frische Feigen
  • Herbst (September–November): Steinpilze, Kastanien, Weintrauben, Kakis
  • Winter (Dezember–Februar): Cavolo nero (Schwarzkohl), Radicchio, Zitrusfrüchte, Kardon

Mehrere Stände verkaufen Trockenwaren: getrocknete Steinpilze, Safran, toskanische getrocknete Hülsenfrüchte und eine ausgezeichnete Auswahl toskanischer Olivenöle.

Nerbone: die Marktinstitution

Nerbone ist seit 1872 im Mercato Centrale tätig und ist der berühmteste Essensstand im Gebäude. Er bedient arbeitende Florentiner, Markthändler und zunehmend essens-neugierige Touristen.

Das Lampredotto-Sandwich (Panino con lampredotto) ist die wesentliche Bestellung: geschmorte Kutteln auf einem Rosetta-Brötchen, kurz in der Kochbrühe (bagnato – nach der nassen Variante fragen) eingetaucht, mit Salsa verde (Petersilie, Kapern, Sardellen, Knoblauch) und einem Hauch Chili garniert. Preis: 5 €.

Ribollita wird in einer tiefen Schüssel mit einem Schuss Olivenöl oben serviert. Sie ist dichter und besser als in vielen Restaurants, die das Dreifache verlangen. 7 €.

Die Pasta des Tages wechselt täglich – Pappardelle al cinghiale, Rigatoni mit Fleischsauce oder einfache Knoblauch-Öl-Pasta zu erwarten. 7–9 €.

Bollito misto (gemischtes gekochtes Fleisch mit Salsa verde und Mostarda) erscheint im Winter auf der Speisekarte.

Praktisch: An der Theke anstellen, Bestellung aufgeben, sofort bezahlen, Essen holen. Stehtische und ein kleiner Sitzbereich vorhanden. Bargeld und Karte akzeptiert. Geöffnet ab 07:00 bis Marktschluss um 14:00 Uhr.

Obergeschoss: der Foodcourt

Das Obergeschoss wurde 2014 renoviert und als modernes Food-Market-Hall (Mercato Centrale Firenze, die Marke) eröffnet. Es ist täglich 10:00–Mitternacht geöffnet, auch sonntags wenn das Erdgeschoss geschlossen ist.

Die Umgebung ist außergewöhnlich – unter dem originalen viktorianischen Eisendach, mit Blick auf den Erdgeschossmarkt. Die Stände sind kuratiert, die Qualitätskontrolle ist überdurchschnittlich.

Was man im Obergeschoss essen sollte

StandtypPreisbereichHinweise
Frischpasta10–14 € pro GerichtFrisch hausgemachte Pasta; gute Qualität
Lampredotto und Trippa6–8 €Gut wenn das Erdgeschoss geschlossen ist
Pizza al trancio4–6 € pro ScheibeDicker römischer Stil; anständig
Meeresfrüchte12–18 €Variiert nach Fang und Saison
Charcuterie-Platten12–18 €Gute Auswahl; leicht überteuert
Cocktailbar8–12 € pro CocktailAperol Spritz, Negroni usw.
Wein und Bier5–10 € pro GlasAnständige toskanische Weine glasweise

Ehrliche Einschätzung: Das Obergeschoss ist fine für ein Getränk oder eine leichte Mahlzeit, besonders wenn man sonntags ankommt oder nach 14:00 Uhr, wenn das Erdgeschoss geschlossen ist. Für ernsthaftes Lebensmitteleinkaufen oder die beste Preis-Leistung ist das Erdgeschoss überlegen.

Der Außenmarkt San Lorenzo: Was das Gebäude umgibt

Die Straßen rund um das Mercato Centrale – Via dell’Ariento, Via Sant’Antonio, Piazza San Lorenzo – beherbergen einen Außenmarkt, der hauptsächlich Touristenwaren verkauft: Ledertaschen (meist nicht florentinisches Leder), Schals, Souvenirs und Kleidung. Das ist kein Lebensmittelmarkt.

Das hier verkaufte Leder ist fast nie in Florenz hergestellt. Echte florentinische Lederwerkstätten konzentrieren sich im Oltrarno und an der Santa-Croce-Lederschule.

Anreise und praktische Informationen

Adresse: Via dell’Ariento 12, 50123 Florenz

Anreise:

  • Zu Fuß vom Bahnhof Santa Maria Novella: 5 Minuten Richtung Osten die Via Nazionale entlang
  • Straßenbahn T1: Haltestelle Alamanni-Stazione, dann 3 Minuten zu Fuß
  • Bus: Mehrere Linien halten an der Via Nazionale

Erdgeschoss-Öffnungszeiten: Mo–Sa 07:00–14:00. Sonntags geschlossen.

Obergeschoss-Öffnungszeiten: Täglich 10:00–Mitternacht (auch sonntags).

Zahlung: Erdgeschoss-Händler bevorzugen Bargeld; die meisten akzeptieren Karten. Obergeschoss akzeptiert überall Karten.

Das Mercato Centrale mit Kochen kombinieren

Die beliebteste Nutzung des Mercato Centrale für Lebensmittelreisende ist als Ausgangspunkt eines Kochkurses. Mehrere der besten Kurse in Florenz umfassen eine geführte Erdgeschossmarkt-Tour, bei der man die Tageswaren kauft, bevor man in eine Küche zum Kochen geht. Der beste Kochkurse in Florenz-Guide deckt diese detailliert ab.

Häufige Fragen zum Mercato Centrale

Lohnt es sich für Touristen, das Mercato Centrale zu besuchen?

Ja – allein das Gebäude ist sehenswert, und der Erdgeschoss-Lebensmittelmarkt ist ein authentisches Stück florentinischen Lebens. Das Lampredotto-Sandwich bei Nerbone ist eines der wesentlichen Lebensmittelerlebnisse der Stadt.

Ist der Obergeschoss-Foodcourt das Geld wert?

Für das Mittagessen: vielleicht. Für das Abendessen: es gibt bessere Optionen. Das Obergeschoss ist praktisch, fotogen und die Qualität ist respektabel – aber für 12–16 € pro Gericht kann man interessanteres Essen in einer Stadtviertel-Trattoria haben.

Was sollte man aus dem Mercato Centrale mit nach Hause nehmen?

Die reisetauglichsten Einkäufe: vakuumverpackte Finocchiona-Salami, gereifter Pecorino Toscano (hart genug zum Reisen), getrocknete Steinpilze und kleine Flaschen toskanischen Einzelgutsölivensöls.

Kann ich das Mercato Centrale abends besuchen?

Das Obergeschoss ist täglich bis Mitternacht geöffnet. Abends fungiert es mehr als sozialer Treffpunkt – Wein und Cocktails an der Bar, Charcuterie und Käse zum Teilen.

Wie voll ist das Mercato Centrale?

Das Erdgeschoss ist an Wochentagen 08:00–13:00 und samstags 08:00–12:00 am vollsten. Das Obergeschoss hat Spitzenzeiten zum Mittagessen (12:30–14:30) und Abendessen (19:30–21:30).

Häufig gestellte Fragen zu Mercato Centrale Florenz

  • Was sind die Öffnungszeiten des Mercato Centrale?
    Erdgeschoss (Lebensmittelmarkt): Mo–Sa 07:00–14:00. Obergeschoss (Foodcourt): täglich 10:00–Mitternacht. Beide Abschnitte sind an Weihnachten geschlossen. Sonntags gibt es keinen Erdgeschossmarkt.
  • Was ist das Beste im Mercato Centrale zu essen?
    Lampredotto-Sandwich von Nerbone im Erdgeschoss – geschmortes Kutteln in Brühe auf einem Brötchen, mit Salsa verde und Chili, für ca. 5 €. Außerdem ausgezeichnet: der Frischnuttel-Stand, gereifter Pecorino Toscano von den Käsehändlern und die Ribollita bei Nerbone.
  • Was ist Lampredotto und sollte man es probieren?
    Lampredotto ist der vierte Magen einer Kuh, langsam in Gemüsebrühe geschmort. Es ist zäh, würzig und typisch florentinisch – das traditionellste Straßenessen der Stadt. Wer zu Hause Innereien isst, wird es wahrscheinlich mögen. Wer nicht, ist Ribollita oder Pasta bei Nerbone genauso gut.
  • Ist das Mercato Centrale teuer?
    Das Erdgeschoss hat Standard-Marktpreise – Pecorino ca. 18–24 €/kg, Prosciutto 22–30 €/kg, ein Lampredotto-Sandwich 5 €. Der Obergeschoss-Foodcourt verlangt 10–16 € für ein Hauptgericht, was für Florenz fair ist, aber höher als eine Stadtviertel-Trattoria.
  • Wie kommt man zum Mercato Centrale?
    Es liegt an der Via dell'Ariento im San-Lorenzo-Viertel, 5 Fußminuten vom Bahnhof Santa Maria Novella. Die Straßenbahn T1 hält in der Nähe an der Haltestelle Alamanni-Stazione. Direkt neben dem Markt gibt es keinen Parkplatz – wegen der ZTL-Beschränkung nicht ins Stadtzentrum fahren.

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