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, Florence, Tuscany

Livorno

Livorno ist die Hafenstadt der Toskana — Kanäle, Geschichte des jüdischen Viertels, Cacciucco und Fährverbindungen nach Korsika und Sardinien.

Florence: Pisa half-day trip with cathedral and tower entry

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Quick facts

Ideal für
Authentische Hafensstimmung, Meeresfrüchte, Fährverbindungen
Benötigte Tage
Halber bis ganzer Tag
Ab Florenz
1 Std. 20 Min.–1 Std. 40 Min. mit dem Zug
Ab Pisa
20 Min. mit dem Zug
Hauptmerkmal
Fähren nach Korsika, Sardinien und dem Toskanischen Archipel

Die unterschätzte Hafenstadt Toskanas

Livorno (Leghorn in älteren englischen Quellen) war nie eine hübsche Stadt im konventionellen toskanischen Sinne — keine mittelalterlichen Türme, kein Hügelprofil, kein Medici-Kunstschatz. Was es hat, ist Charakter: eine rasterplanmäßige Renaissance-Neustadt, die von Cosimo I. in den 1570er Jahren von Grund auf gebaut wurde, ein Kanalnetz (das Venezia-Nuova-Viertel), eine Tradition religiöser Toleranz, die es im 16.–17. Jahrhundert zu einer Zuflucht für Juden, Griechen, Armenier und englische Kaufleute machte, und den besten Fischeintopf der Toskana.

Es steht nicht auf den meisten Touristenrouten. Diese Unterlassung scheint zunehmend ein Fehler zu sein.

Anreise

Ab Florenz: Direkter Intercity-Zug ab SMN, ca. 1 Std. 20 Min.–1 Std. 40 Min. Tickets €10–15.

Ab Pisa: 20–25 Minuten mit dem Regionalzug. Einige Besucher kombinieren einen Morgen am Schiefen Turm mit einem Nachmittag in Livorno.

Mit dem Auto: Ab Florenz über die A1 nach Pisa und dann SS1, ca. 1 Std. 15 Min.

Das Venezia-Nuova-Viertel

Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert auf gewonnenem Land gebaut, ist die Venezia Nuova Livornos charakteristischstes Viertel — ein Kanalnetz gesäumt von ockergelben Häusern, von Brücken überquert, mit Booten an den Wohnufern vertäut. Es ist kleiner und weniger theatralisch als Venedig (und der Vergleich ist leicht übertrieben), aber wirklich pittoresk und von internationalen Touristen fast unbesucht.

Der Bereich rund um die Piazza della Repubblica und die Fortezza Vecchia (die alte Befestigung am Hafeneingang, jetzt teilweise zugänglich) vermittelt den besten Eindruck des alten Livorno.

Das Jüdische Viertel und die Geschichte der Toleranz

Livorno war im gegenreformatorischen Europa einzigartig: Das Medici-Livornina-Dekret von 1593 gewährte allen, die sich in der neuen Stadt niederließen, vollständige Religionsfreiheit. Das zog aus Spanien und Portugal vertriebene jüdische Kaufleute, griechisch-orthodoxe Christen, Armenier und englische Protestanten an. Das Ergebnis war eine der kosmopolitischsten Städte im frühmodernen Italien.

Die historische Synagoge (Via del Tempio) und das umliegende jüdische Viertel sind sichtbare Erinnerungen an diese Geschichte. Die Gemeinschaft brachte wichtige Persönlichkeiten in der italienischen Kultur hervor: Amedeo Modigliani, der Maler, wurde 1884 in Livorno geboren (es gibt ein kleines Modigliani-Museum in der Stadt).

Cacciucco

Cacciucco alla livornese ist das Signature-Gericht — ein dicker Fischeintopf aus mindestens fünf Fisch- und Muscheltiersorten, in Tomatensauce gekocht und über geröstetem Knoblauchbrot serviert. Der Ursprung wird für sich beansprucht; er unterscheidet sich von Marseilles Bouillabaisse durch die Verwendung von Tomaten und die Dicke der Basis.

In Livorno wird Cacciucco ernst genommen. Restaurants variieren erheblich in der Qualität; die besten Versionen beinhalten frischen lokalen Fisch und erfordern mindestens 45 Minuten zur richtigen Zubereitung.

Empfohlene Restaurants:

  • Cantina Nardi (Via Leonardo Cambini 6): Alteingesessen, unkompliziert; ehrlicher Cacciucco.
  • Ristorante Oscar (Via delle Cateratte 78): Zuverlässige Meeresfrüchte, lokale Stammkundschaft.
  • Il Sottomarino (Via Terrazzini): Tourismusbewusster, aber trotzdem echt; guter Baccalà (Salzfisch).

Die Fähren zum Toskanischen Archipel

Livorno ist der Hauptfährhafen für den Toskanischen Archipel — die Inselkette (Elba, Giglio, Capraia, Gorgona, Pianosa, Montecristo), die südlich entlang der tyrrhenischen Küste verläuft. Moby Lines und Corsica Ferries verbinden Livorno auch mit Korsika und Sardinien.

Elba (Napoleons erste Exilinsel) ist in 1 Stunde mit der Schnellfähre ab Livorno erreichbar. Capraia ist eine geschützte Insel mit hervorragendem Tauchen. Diese Verbindungen machen Livorno zu einem nützlichen praktischen Transitpunkt, wenn man die Toskana mit Inselzeit kombiniert.

Praktische Hinweise

Livorno hat ein vollständig funktionierendes Stadtzentrum (der Rasterplan macht Navigation einfach) mit Märkten, Restaurants, Cafés und Läden zu echten Lokalpreisen. Es ist nicht hübsch wie Lucca oder Siena hübsch sind, aber es ist echt — und die Kombination aus dem Kanalviertel, den Meeresfrüchten und der Kulturgeschichte macht einen Halbtagsbesuch lohnender, als seine Abwesenheit in den meisten Reiseführern vermuten lässt.

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